Google hat seine Suchmaschine neu erfunden – und dabei nicht weniger als die Spielregeln der digitalen Sichtbarkeit verändert. Was auf der I/O-Konferenz 2025 vorgestellt wurde, ist kein kosmetisches Update. Es ist ein fundamentaler Wandel:
Die klassische Linkliste weicht KI-generierten Antworten, personalisiert, kontextbezogen, interaktiv.
Für viele Unternehmen heißt das: Wer nicht in der Antwortbox der KI landet – egal ob Google, ChatGPT oder Perplexity – findet nicht mehr statt.
Doch was bedeutet das für Kommunikation und Reputation? Wie können Unternehmen in einer Welt bestehen, in der Aufmerksamkeit nicht mehr über Klicks, sondern über maschinelles Vertrauen vergeben wird? Dieser Artikel liefert erste Antworten – und eine Einladung, Kommunikationsstrategien grundlegend neu zu denken.
1. Von SEO zu KIO: Wer nicht gefragt wird, wird nicht gefunden
Die neue Google-Suche basiert nicht mehr primär auf Keywords, sondern auf Kontext und Intelligenz. KIO – Knowledge, Intent, Ownership – ersetzt klassische SEO-Logik. Nur Inhalte, die:
- Wissen vermitteln,
- eine erkennbare Absicht bedienen (z. B. Informations-, Handlungs-, Kaufabsicht),
- und vertrauenswürdige Eigentümerschaft ausstrahlen (Marke, Experte, Quelle),
finden noch den Weg in die sichtbare Welt – nämlich in die Antworten der KI.
Kommunikative Aufgabe #1:
👉 Inhalte schaffen, die gezielt Fragen beantworten, Hintergründe liefern und als vertrauenswürdig gelten.
👉 Unternehmenskommunikation muss KI-fähig werden – durch Relevanz, Tiefe, Klarheit und Autorität.
2. Awareness ohne Umweg: Vom Klick zur Antwort
Früher war Sichtbarkeit ein Umweg: Top-10 bei Google, klick auf Website, dort Awareness schaffen.
Heute: Die Antwort steht direkt in der Suche.
Heißt: Awareness entsteht nicht mehr auf der eigenen Seite, sondern im Suchsystem selbst. Wer Inhalte hat, die in die Antwortbox gelangen, gewinnt. Alle anderen verlieren.
Kommunikative Aufgabe #2:
👉 Marken müssen „Antwortgeber“ werden – über strukturierte, KI-freundliche Formate wie Deep Content, Erklärstücke, Expertenkommentare, Studien.
👉 Die „Auffindbarkeit im Kontext“ wird wichtiger als der Traffic selbst.
3. Reputation im Maschinenraum – Aufbau und Schutz in Zeiten von KI
Reputation war lange ein menschliches Gut: Vertrauen, das in Köpfen lebte. In der KI-getriebenen Suche wird Reputation auch maschinell verifiziert – über Backlinks, Autorität, Zitierungen, Bewertungen, formale Glaubwürdigkeit.
Heißt:
- Thought Leadership, Medienpräsenz, Peer-Reviews, Publikationen – alles zahlt nun doppelt ein: auf die Wahrnehmung bei Menschen und Maschinen.
Kommunikative Aufgabe #3:
👉 Reputation muss systematisch aufgebaut werden – als digitale Autorität, die für Menschen lesbar und für KI erkennbar ist.
👉 Wer dabei still bleibt, wird von den Algorithmen übersehen – oder von anderen definiert.
4. Kommunikation in der Krise: Wenn Stille zur Unsichtbarkeit wird
Krisensituationen wie Cyberangriffe, Rückrufaktionen oder Shitstorms werden künftig anders wahrgenommen. Denn wenn die KI-Suche in Echtzeit reagiert und frühere Statements zitiert, wird jede Kommunikation zum bleibenden Referenzpunkt.
Heißt:
- In Krisen geht es nicht mehr nur um die Öffentlichkeit, sondern auch um die langfristige Datenbasis, auf der KIs ihre Narrative aufbauen.
Kommunikative Aufgabe #4:
👉 Schnell, klar, belegbar und proaktiv kommunizieren.
👉 Inhalte mit hoher Transparenz und Konsistenz veröffentlichen – möglichst dort, wo sie von KIs „gelesen“ werden.
Fazit: Kommunikation neu gedacht – KI ist kein Tool, sondern eine neue Öffentlichkeit
Die Zukunft der Kommunikation ist keine Frage von mehr Content. Es ist eine Frage von strategischer Sichtbarkeit, digitaler Autorität und interaktiver Relevanz. Wer auch morgen noch gehört, gesehen und verstanden werden will, muss heute neu denken:
- Inhalte nicht für Zielgruppen, sondern für Fragestellungen gestalten.
- Reputation nicht nur schützen, sondern KI-fähig aufbauen.
- Awareness nicht über Klicks, sondern über Kontext erzeugen.
Wer nicht sichtbar ist, wird irrelevant. Und das ganz schnell.
Wer nicht vertrauenswürdig ist, wird unsichtbar.
Wer nicht sprechfähig ist, bleibt stumm – insbesondere im Maschinenraum der KI.
Gerne stehen wir Ihnen zum Austausch zur Verfügung.
Schreiben Sie gerne direkt an: info@trencavel-cie.com

